Bohrerfreie Zone und Kinderfüllungen

Vom Blauen Elch erfahrt Ihr das Neueste

über die Zahnbehandlung ohne Bohren,

was es für tolle Milchzahnfüllungen gibt 

und wie Kinderkronen für kleine Prinzen- und Prinzessinnenzähne entstehen:

 

Halli Hallo - ich bin der Elch, und ich weiß Bescheid!

 

Ja, Ihr habt richtig gehört - es gibt verschiedene Möglichkeiten, Eure Zähne ohne Bohrer und völlig schmerzfrei zu behandeln! Und ob Ihr’s glaubt oder nicht, in unserer Zahnarztpraxis, die nur für Kinder eingerichtet ist,  gibt es gar keinen richtigen Bohrer mehr!

Natürlich ist es wichtig, dass man mit der Behandlung beginnt, bevor sich eine große Zahnteufelhöhle gebildet hat – denn wenn man zu lange wartet, bleibt oft nur noch das Ausbohren der Karieshöhle als einzige Behandlungsmöglichkeit übrig.

Auf den Kauflächen der Backenzähne entstehen manchmal - trotz guter Zahnpflege - schwarze Verfärbungen, die der Kinderzahnarzt sofort behandeln sollte, damit die Zahnteufel sich an diesen Stellen nicht noch tiefer in den Zahn hinein graben können und eine richtige Karies entsteht.

Behandeln heißt aber nicht immer gleich Bohren!

Es gibt heute mehrere Möglichkeiten, die Karies zum Stillstand zu bringen oder „minimalinvasiv“ zu therapieren.

Ich werde Euch jetzt erklären, wie eine solche minimalinvasive Kariestherapie ohne Bohrer möglich ist:

 

Der Kariesdetektiv - Diagnodent

Quelle: KAVO
Quelle: KAVO

Zuerst wird der Zahn gründlich gereinigt, und wenn sich in den Grübchen und Fissuren der Zahnkauflächen schon kleine schwarze Stellen gebildet haben, die sich nicht weg polieren lassen, dann heißt es: Aufgepasst, die Zahnteufel sind schon am Werk!

Jetzt kommt sofort unser Kariesdetektiv zum Einsatz. Er heißt Diagnodent und kann eine Karies erkennen, noch bevor überhaupt ein richtiges Loch im Zahn entstanden ist!

Quelle: KAVO
Quelle: KAVO

 

 

 Für Eltern:

 

Mit der normalen Untersuchung der Zähne und der zahnärztlichen Sonde ist eine beginnende Karies meistens nicht zu erkennen, auch wenn sie sich bereits im Dentin ausbreitet.

 

Das Diagnodent kann durch Fluoreszenz-Messung kleinste Kariesstellen im Zahninneren aufspüren, da das Laserlicht reflektiert wird.

Mit dem bloßen Auge oder auch beim Fühlen mit dem Zahnhäkchen kann der Kinderzahnarzt nämlich oft gar nicht richtig unterscheiden, ob die Verfärbungen sich im Zahninneren schon zu einem Loch ausgebreitet haben. Deshalb wird dafür unser Kariesdetektiv benötigt.

Das Diagnodent ist ein Gerät, bei dem mit Laserfluoreszens gemessen wird, ob sich noch eine Kariesteufelfamilie unter der relativ gesund aussehenden Zahnoberfläche versteckt hat. Mit fluoreszierendem Licht leuchtet das Gerät den Zahn ab und kann dabei messen, wie weit die Verfärbungen schon in die Tiefe gehen.


Quelle: KAVO

 

Mit dieser Methode kann relativ genau bestimmt werden, ob sich eine Karies ausbreitet, indem diese Messung in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird. Werden immer höhere Werte gemessen, sollte der Zahn umgehend behandelt werden und eine minimalinvasive Füllung bekommen.

Die Kosten für die Messungen mit dem Diagnodentgerät sind nicht über die Krankenkassen, sondern als Privatleistung abrechenbar.

 

 

Pulverstrahlverfahren

Quelle: EMS
Quelle: EMS

Wenn vom Kariesdetektiv Diagnodent angezeigt wird, dass sich bereits eine Zahnteufelfamilie an Euren Zähnen zu schaffen macht, muss sie schleunigst verjagt werden. Und das machen wir am besten mit viel Wasser - denn Ihr wisst ja, Zahnteufel sind wasserscheu!

 

Dazu verwenden wir in unserer Praxis ein „Pulverstrahlgerät

Es hat eine Düse, aus der ein Wasserstrahl mit ganz feinem Pulver und viel Druckluft auf den Zahn geblasen wird. Dabei wird der Zahn von der Düse nicht berührt, deshalb verspürt man auch nur ein leichtes Kribbeln. Das Pulver schmeckt säuerlich – so ähnlich wie Zitronenwasser.

Und das tolle daran ist: Das Pulverstrahlgerät nimmt wirklich nur die von den Zahnteufeln bereits aufgelöste, also kaputte Zahnsubstanz weg. Der übrige Zahn bleibt vollständig gesund erhalten – im Gegensatz zum Bohrer, mit dem auch bei aller Vorsicht immer ein Teil vom gesunden Zahn mit entfernt wird.

 

Quelle: EMS
Quelle: EMS

Wenn der Zahn mit dem Pulverstrahlgerät schön sauber abgestrahlt ist, kann unser „Kariesdetektiv“ nochmals zum Einsatz kommen.

Aber weil sich auch nach gründlichem Säubern manchmal immer noch einige Kariesteufel in den Nischen der Zahnhöle versteckt haben, kann noch unser Ozongerät zum Einsatz kommen.

Erst wenn kein einziger Kariesteufel mehr in der Höhle steckt, wird sie mit einer kleinen „Minifüllung“ verschlossen und versiegelt.

 

Carisolvbehandlung

Bei einer tieferen Karies, die besonders oft bei Milchzähnen - und zum Glück bei guter und regelmäßiger Zahnprophylaxe nur sehr selten bei bleibenden Zähnen - entsteht, werden die Zahnteufelwohnungen nur ganz kurz mit unserer Zahndusche gesäubert. Wenn danach immer noch schwarze Zahnteufel im Zahn stecken, gibt es eine rosa Flüssigkeit – das "Carisolv".

Damit wird die schwarze Kariesmasse aufgelöst und weich gemacht, ohne dabei gesunde Zahnsubstanz anzugreifen. Dann kann die Karies mit einem kleinen Löffelchen ausgekratzt werden. Wir nennen das Löffelchen (Excavator) Zahnteufelangel, weil damit auch alle Zahnteufel aus dem Zahn entfernt werden können.

 

Das Herausangeln der Zahnteufel dauert zwar länger als das Bohren im Zahn und von den Krankenkassen wird diese Behandlung nicht übernommen, aber die Zahnbehandlung ist mit Carisolv sehr viel angenehmer als mit dem Bohrer!

Quelle: Mediteam
Quelle: Mediteam

 

Es kitzelt manchmal ein bisschen, und ab und zu muss der kleine Löffel auch mal etwas doller drücken, um die Kariesteufel abzukratzen – aber man kann so ohne Bohrer die Karies fast schmerzfrei und vor allem schonend entfernen.

 

Wissenschaftliche Untersuchungen haben bewiesen, dass diese Methode von der Effektivität her vergleichbar ist mit dem Bohren. Der höhere Zeitaufwand wird dabei von den meisten Patienten gern in Kauf genommen, auch wenn  diese sanfte Kariesentfernung nur privat berechnet werden kann.

 

Bevor die Zahnteufelhöhle mit einer Füllung verschlossen wird, sollte der Zahn noch mit Ozon behandelt werden, damit sich auch wirklich kein einziger Kariesteufel mehr in der Höhle verstecken kann.

 

Nur wenn die Zahnteufelwohnung schon bis in die Tiefe des Zahnnervs reicht, ist eine Kinderzahnbetäubung erforderlich. In der Regel kann diese Behandlung, mit einer Traumreise kombiniert, völlig ohne Betäubung schmerzfrei durchgeführt werden.

 

Zahnschmelzregeneration mit Curodont

Quelle: Credentis
Quelle: Credentis

 

Neuerdings gibt es eine fantastische Möglichkeit, eine beginnende Karies schmerzfrei zu reparieren.

Somit kann sie sich nicht mehr weiter ausbreiten, und der Zahn bleibt gesund.

Quelle: Credentis
Quelle: Credentis

 

Es handelt sich bei der Curodont-Behandlung um eine Regeneration des Zahnschmelzes mit Peptiden aus natürlich vorkommenden Aminosäuren (Curodont Repair).

 

Diese völlig schmerzfreie Methode kann man bei beginnender Schmelzkaries anwenden, die sich noch nicht im Dentin ausgebreitet hat, die aber auch nicht mehr mit anderen Möglichkeiten  zum Stillstand gebracht werden kann.

Wenn man bedenkt, dass damit eine Ausbreitung der Karies verhindert wird und somit alle unangenehmen Folgen (Schmerzen, Füllungsbehandlung) vermieden werden können, ist der zeitliche und finanzielle Aufwand für diese Behandlung sicherlich gerechtfertigt.

 

 

 

 

Nun, habt Ihr denn auch alles verstanden?  Die vielen schwierigen Worte können Eure Eltern Euch bestimmt noch einmal erklären!

 

RöhrRöhr!    Euer Elch