Kariesbakterien reduzieren

Viele Kinder sind sehr anfällig für die Entstehung von Karies und bekommen immer wieder neue Zahnteufelhöhlen. Das kann verschiedene Ursachen haben:

Dicker Zahnbelag (Plaque)

Es kann einmal daran liegen, dass Ihr die Zahnbeläge (Plaque), in denen sich die Kariesteufel so richtig wohl fühlen, zu Hause nicht immer gründlich genug weggeputzt habt. Deshalb gibt es in unserer Zahnarztpraxis für Kinder einen Färbetest, der Euch zeigen kann, ob Eure Zahnbeläge nach dem Putzen wirklich vollständig verschwunden sind. 

In der Zahnputzschule erklären Euch die Prophylaxeassistentinnen dann ganz genau, wie Ihr die Zahnbürste, Zahnseide und evtl. auch andere Hilfsmittel anwenden müsst, um auch den letzten Rest Zahnbelag und die frechsten kleinen Zahnteufel, die sich im hintersten Winkel Eures Mundes versteckt haben, vollständig entfernen zu können. 

Quelle: Miradent
Quelle: Miradent

Auch zu Hause ist es gut, wenn Ihr ab und zu selbst mit Färbetabletten kontrolliert, ob Eure Zähne nach dem Putzen wirklich frei von Zahnbelag sind.

Erhöhte Aktivität der Zahnteufel

Quelle: 3M Espe
Quelle: 3M Espe

Bei manchen Kindern sind die Zahnteufel besonders fleißig und produzieren ganz viel Säure, und auch wenn diese Kinder immer gut putzen, können die sehr aktiven Kariesbakterien zwischendurch immer wieder neue Wohnungen in die Kinderzähne bauen.

 

Eine erhöhte Kariesaktivität der Bakterien kann durch einen Kariesrisikotest aus einer kleinen Speichelprobe festgestellt werden.

Mit dem Resultat wird dann gezielt geplant, welche Prophylaxemaßnahmen individuell für das jeweilige Kind erforderlich und sinnvoll sind – vor allem, wenn sich die Zahnteufel schon in den Fissuren durch braun-schwarze Verfärbungen bemerkbar gemacht haben.

Vorsorgemaßnahmen

Da die Kariesbakterien unter Einfluss von Chlorhexidin nicht überleben können, werden bei 'Putzmuffeln' oder kleinen 'Mundferkeln' zur häuslichen Zahnpflege chlorhexidinhaltige Zahnputzmittel empfohlen (Curasept Zahngel 0,05 %). 

 

Chlorhexidinpräparate in höherer Dosierung (z.B. Meridol) werden bei besonders kariesanfälligen Patienten, bei Zahnfleischentzündungen oder wenn eine feste Zahnspange getragen wird empfohlen.

Wenn das nicht ausreicht, sollte mit Dentosmin P oder einem höherprozentigen Curasept Gel/Spülung bzw. Chlorhexamed Gel/Spülung alle 3 Monate eine Kur gemachet werden - eine Woche lang werden die Zähne dabei abends statt mit Zahncreme mit DentosminP oder Chlorhexamed-Gel 1,0% geputzt oder die Spülung wird verwendet. Diese Mittel mit hochdosiertem Chlorhexidin sind allerdings nicht zum Dauergebrauch bestimmt, da sie mit der Zeit auch die gesunde Bakterienflora im Mund verändern.

Quelle: Prodent
Quelle: Prodent

Je nach Bedarf können neben der halbjährlichen Kassen-Individualprophylaxe (Zahnputzschule) und der Ozonbehandlung zusätzliche private Prophylaxeterminen vereinbart werden, wobei dann ganz besondere Maßnahmen zur Reduktion der Kariesteufel durchgeführt werden:

Quelle: Ivoclar Vivadent
Quelle: Ivoclar Vivadent

Eine antimikrobielle Behandlung mit einem speziellen Chlorhexidinlack (Bio C) in Kombination mit langfristig wirkenden Fluoridierungsmaßnahmen zur Stärkung der Zähne (Tiefenfluoridierung) sind insbesondere bei kariesanfälligen Patienten oder während des Tragens von festsitzenden Zahnspangen zu empfehlen.

 

Die Prophylaxeassistentinnen unserer Kinderzahnarztpraxis informieren Euch und Eure Eltern beim Prophylaxetermin gern ausführlich über alle Möglichkeiten der Kariesvorsorge.